Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde

Emil Nolde selbst entwarf die Pläne für sein Wohn- und Ateliergebäude im Jahr 1927. Heute beherbergt es das Nolde Museum. Neben vieler seiner verschiedenen Werke sind auch heute noch die ehemaligen Wohnräume Noldes original möbliert teilweise einzusehen. Ethnografica finden sich in Seebüll sowohl auf einigen seiner Werken als auch die dazugehörigen Objekte, die heute der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde gehören. Die Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde hat den Auftrag, den  Nachlass Emil Noldes im Sinne des Künstlers zu verwalten. Zu seinem Kuratorium gehören immer 10 Mitglieder. Die Stiftung wurde 1956 gegründet. 

 

Emil Nolde

Der Künstler Emil Nolde wurde am 07. August 1867 als Emil Hansen im Dorf Nolde, nahe Tondern, geboren. Mit 17 Jahren beginnt er eine Lehre als Holzschnitzer und Zeichner in Flensburg. Während seiner Wanderjahre arbeitet Nolde als Schnitzer in Möbelfabriken in München, Karlsruhe und Berlin. In seiner Zeit als Fachlehrer für gewerbliches Zeichnen und Modellieren in St. Gallen 1892–1897 entstehen die bekannten "Bergpostkarten". 1898 beginnt er seine autodidaktische Ausbildung als Künstler, die ihn nach Dachau und Paris führt. 1902 heiratet er seine erste Ehefrau Ada Vilstrup. Anlässlich seiner Heirat legt er den Namen Hansen ab und benennt sich nach seinem Geburtsort Nolde. Zunächst lebt das Ehepaar in Berlin, zieht später nach Flensburg, auf die Insel Alsen und nach Utenwarf. Von Februar 1906 bis November 1907 ist Nolde Mitglied der Künstlergruppe „Brücke“. 1913-14 reist das Ehepaar Nolde über Moskau, Sibirien, Korea, Japan und China und die Philippinen nach Papua_Neuguinea und zurück über Indonesien, Malaysia, Sri Lanka, Jemen und Ägypten. Inspiriert von den neuen Eindrücken entstehen zahlreiche Kunstwerke. In den 1920er-Jahren Reisen nach Paris, England, Spanien und Zürich, Venedig, Rapallo, Arezzo und Wien. Ab 1927 beginnt der Bau des Wohn- und Atelierhauses in Seebüll. 1931 wird er zum Ehrendoktor der CAU ernannt und Mitglied der Preußischen Akademie der Künste. Nach der Regierungsübernahme der Nationalsozialisten 1933 hofft Nolde, dass sich die Befürworter seiner Kunst in der neuen Regierung durchsetzen werden. Er wird als dänischer Staatsbürger 1934 Mitglied der Nationalsozialistischen Arbeitsgemeinschaft Nordschleswig, die durch die Gründung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei Nordschleswig "gleichgeschaltet" wird. 1937 werden von Nolde 1.052 Werke in deutschen Museen beschlagnahmt. In der diffamierenden Wanderausstellung "Entartete Kunst" ist er zahlenmäßig am stärksten vertreten. Mit mehreren anbiedernden Briefen, u.a. an Joseph Goebbels, versucht er 1938 eine Rückgabe seiner beschlagnahmten Bilder zu erreichen. 1941 wird Nolde mit einem Berufsverbot belegt. Gleichwohl hofft Nolde weiterhin auf eine Anerkennung seiner Kunst durch das nationalsozialistische Regime, mit dem er bis 1945 sympathisiert. 1944 zerstören Bomben Noldes Berliner Wohnung; etwa 3.000 eigene Arbeiten sowie Werke von Künstlerfreunden wie beispielsweise Paul Klee werden durch das Feuer zerstört. Am 2. November 1946 stirbt Ada Nolde. 1948 heiratet er die 26-jährige Jolanthe Erdmann. Emil Nolde stirbt am 13. April 1956 in Seebüll.


Die Sammlung

Die ethnografischen Objekte der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde hat das Malerehepaar Ada und Emil Nolde auf seiner Reise nach und während seines Aufenthaltes in Papua-Neuguinea gesammelt (1913/14). Aber auch Objekte aus Afrika südlich der Sahara, den pazifischen Marquesas-Inseln sowie viel Staffordshire-Porzellan aus England sind vorhanden. Emil Nolde sammelte sie aus ästhetischen Gründen und verarbeitete sie in seinen künstlerischen Werken. Damit stellt die ethnografische Sammlung in Seebüll sicherlich einen Sonderfall in Schleswig-Holstein dar. Herkunft und Bedeutung der Objekte sind allerding bisher noch größtenteils unbekannt. Die genaue Bestimmung kann Kunsthistorikern helfen, die Kunst von Nolde und sein Wirken besser nachzuvollziehen. 

 


Leadpartner

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